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Volksbank Weserbergland eG
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TAH vom 28. Dezember 2007

In Holzminden stehen Praktiker im Lehrsaal

 

Hochschule in Holzminden und ihre regionalen Partner: Bankfachleute unterrichten Studierende 

Holzminden (bs). André Vollmer und Axel Bühn haben die Seite gewechselt. Vor kurzem haben sie selbst noch die Schulbank gedrückt, neben ihrem Beruf ein Studium absolviert. Jetzt stehen sie wieder im Hörsaal, diesmal ganz vorn, und referieren über Swaps und Basel II. Die beiden Bankkaufleute sind jetzt als Dozenten an der Fachhochschule im Studiengang Immobilienwirtschaft und -management tätig, sind Teil eines Netzwerkes, das die HAWK mit regionalen Partnern knüpft. Das Ziel: praxisnaher Unterricht.

„Den Hochschulen wird ja oft vorgeworfen, fernab der Praxis zu unterrichten“, erklärt Professer Dr. Matthias Weppler. Der Studiendekan der Fakultät Bauwesen räumt ein: „Für die Universitäten mag das zutreffen. Die Fachhochschule in Holzminden aber bildet pragmatisch aus. Wir gehen andere Wege“. An der HAWK in Holzminden bedeutet das: Die Fachhochschule öffnet sich für externe Referenten. Für Professor Dr. Rainer Vahland, den Dekan der Fakultät Bauwesen, ist es eine sinnvolle Ergänzung des Unterrichts. Zwar kämen auch die Professoren-Kollegen aus der Praxis, „doch dank der externen Dozenten sind wir in der Lage, ganz aktuelle Themen einzubringen“. Auch die Methodik sei eine andere. „Für uns ist es die große Chance, Praxis aus der täglichen Arbeit mit einfließen zu lassen“, so Weppler.

Ganz bewusst knüpfen die Dekane der HAWK in Holzminden in allen Fakultäten Netzwerke zu Unternehmen, bieten den Studierenden die Ausbildung im Praxisverbund an und den Unternehmen die Mitarbeit im Beirat. Der legt fest, wie der Wissenstransfer aus der Praxis in die Hochschule auszusehen hat und welches Wissen vermittelt werden soll. Dabei - auch das ist HAWK wie Unternehmen wichtig - lässt sich die Fachhochschule „raten“, zum Beispiel von der Bertelsmann-Stiftung. 

Eine ganze Reihe regionaler Partner hat die HAWK bereits gewinnen können - darunter die Volksbank Weserbergland Holzminden, die mit Diplom-Betriebswirt André Vollmer und Diplom-Kaufmann Axel Bühn zwei Dozenten in die Hörsäle schickt. Tagsüber arbeiten die in der Volksbank Weserbergland als Firmenkundenbetreuer, in den Abendstunden packen sie ihr Laptop in der FH aus. Die Themen, die die beiden vermitteln im Bachelor-Studiengang Immobilienwirtschaft und -management, sind hochaktuell, reichen von den rechtlichen Grundlagen bis hin zur Bankenkrise in Amerika, vom Unternehmensrating im Rahmen von Basel II bis hin zu Fremddarlehn und zu Sicherungsinstrumenten auf dem internationalen Geldmarkt. „Licht in den Nebel bringen“, will Axel Bühn, der sich über das große Interesse der Studenten freut. „Es ist spannend, als Dozent vor ihnen zu stehen“, sagt er und bestätigt, „die Studenten arbeiten mit, wollen die Begriffe, die sie aus den Nachrichten kennen, mit Leben füllen“. 

Aus gutem Grund: „Unsere Absolventen gehen in viele große Unternehmen, dort wird mit diesen Instrumenten gearbeitet“. Die Praxisnähe, das hochaktuelle Studienangebot, die Zukunftsfähigkeit der Studienrichtung - die jungen Menschen haben die Attraktivität des Studienstandortes Holzminden erkannt: Der Bachelor-Studiengang Immobilienwirtschaft und -management ist gefragt. „Wir hatten über 200 Bewerber“, betont Professor Dr. Weppler, aufgenommen wurden 106. Diese 106 können jetzt das Wissen nutzen, das André Vollmer und Axel Bühn in ihrem berufsbegleitenden Studium gesammelt haben. Zehn Doppelstunden lang unterrichten sie die angehenden Immobilienmanager in modernen Finanzformen, nehmen auch Klausuren ab und sind sicher, den Studierenden wichtiges Rüstzeug zu vermitteln. 

Davon ist auch Professor Dr. Vahland überzeugt. Er baut auf das regionale Netzwerk, auf die Zusammenarbeit mit den Unternehmen, die die HAWK noch stärker machen wird. Und er weiß, dass er sich auf die Unterstützung hier verlassen kann. „Wenn wir Hilfe benötigen, helfen uns alle Institutionen“.